Der Reformationstag war grade, doch haben Sie sich schon mal ausführlich damit beschäftigt? Die meisten von uns hatten es mal in der Schule oder hören es mal in der Kirche, doch welche Mythen gibt es und was ist damals wirklich geschehen? Wir von Yesflix haben Ihnen eine kleine Wiederholung in 10 Fakten über die Reformation zusammengestellt.

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1. Martin Luther ging es um Reformen, nicht um den Bruch mit Rom

 

 

Der 31. Oktober 1517 ist der Tag, an dem die Protestanten jedes Jahr als „Reformationstag“ feiern. Doch als Martin Luther seine 95 Thesen an den Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg schickte (nein, er hat sie wohl nicht wirklich an die Tür genagelt!) betrachtete er sich nicht als Protestant, sondern als Katholik, der das Gespräch und die Reform über den missbräuchlichen Ablasshandel suchte.

 

 

2. Die Reformation war traditionell

 

 

Luther hoffte, Rom würde den 95 Thesen zustimmen, für den Verkauf und die Kommerzialisierung der Gnade (Ablass) Buße tun und Korrekturen vornehmen. Wie Luther in These 62 schrieb: „Der wahre Schatz der Kirche ist das heiligste Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes“, das traditionell von der Kirche als unbestreitbar galt.

 

 

3. Im Zentrum der Reformation stand der Glaube, dass allein das Wort maßgebend ist

 

 

1518 erklärte der Papst Luthers Thesen im Widerspruch zur kirchlichen Lehre – warum? Zum Teil wegen des Inhalts zum Ablass und zum Verdienstschatz der Kirche, aber auch, weil die Thesen die Autorität des Papstes in Frage stellen. War der Papst neben dem Wort Gottes maßgeblich, oder war die Schrift die alleinige Autorität über die Tradition der Kirche? Luther entschied sich, auf der alleinigen Autorität des Wortes Gottes zu bestehen, und wurde dafür schließlich von Papst Leo X. aus der römisch-katholischen Kirche exkommuniziert und von Karl V. auf dem Reichstag zu Worms (1521) als Ketzer geächtet.

 

 

4. Die Reformation war weder individualistisch noch die Leistung eines Mannes

 

 

Luthers Hoffnung war, auch auf dem Reichstag zu Worms, nicht die Trennung von Rom, sondern die Buße. Luther argumentierte, dass Rom mit den historischen und traditionellen Überzeugungen der Kirche gebrochen habe. Damit stand Luther nicht allein, sondern auf den Schultern der Gläubigen, die in der Kirchengeschichte vor ihm standen und die dieselben Wahrheiten des Evangeliums verkündeten – dass das Heil allein durch Gnade, allein durch Glauben, allein in Christus geschieht. Ebenso war die Reformation nicht Luthers persönliche Leistung, sondern das Produkt des Wortes.

 

 

5. Die Reformation war das Produkt des Wortes, das gepredigt, gelehrt, gelesen – und gesungen wurde!

 

 

Schon mal die Hymne „Eine mächtige Festung ist unser Gott“ gehört? Es ist heute eine der beliebtesten Hymnen Luthers, die auf Psalm 46 basiert und auf Deutsch statt auf Latein, der Sprache der römischen Kirche, geschrieben wurde. Die Reformation war eine Reformation der Anbetung – und wurde buchstäblich ins Leben gerufen! Wenn Sie heute in Ihren Kirchen singen, anstatt nur polyphones Latein zu hören, haben Sie es der Reformation zu verdanken.

 

Na, sind Sie gedanklich noch bei uns 😉 Es ist schon echt komplex, wenn man sich ein bisschen ausführlicher mit den theologischen Thesen beschäftigt. 🙂 

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6. Luther behauptete, die „Kloake“ sei der Ort seiner reformatorischen Entdeckung

 

 

„Der Spiritus Sanctus hat mir diese Erkenntnis in der Kloake gegeben“, erklärte Luther; allerdings meinte er wohl nicht auf der Toilette, wie manche meinen. Historiker argumentieren, dass es unwahrscheinlich ist, dass er die reformatorische Entdeckung zu diesem Zeitpunkt in der Kloake tatsächlich hatte, und verweisen eher auf mehrere Etappen des Durchbruchs in Luthers Leben als auf einen endgültigen Durchbruch. Aus diesem Grund sollten wir Luthers Standpunkt nicht übersehen, der eher theologisch als eine historische Aussage war. Auch für uns heute, aber besonders im Mittelalter ist die Kloake ein Ort des Schmutzes, der Erniedrigung. Luther verband es mit dem Teufel. Doch hier, in den Schmutz der Sünde, kam Christus und nahm das Fleisch des Menschen an, und daher gibt es keinen unheiligen Platz für seine Gegenwart. An den dunkelsten, niedrigsten Orten ist Christus gegenwärtig und mächtig.

 

 

7. Luther hat uns gelehrt, „kühn zu sündigen“ – oder?

 

 

Dies kann nicht bedeuten, was Sie denken. In einem Brief an Melanchthon schrieb Luther:

„Wenn Sie ein Prediger der Barmherzigkeit sind, predigen Sie keine imaginäre, sondern die wahre Barmherzigkeit. Wenn die Barmherzigkeit wahr ist, müssen Sie daher die wahre, keine eingebildete Sünde ertragen. Gott rettet nicht diejenigen, die nur imaginäre Sünder sind. Sei ein Sünder und lass deine Sünden stark sein, aber lass dein Vertrauen auf Christus stärker sein und freue dich über Christus, der der Sieger über Sünde, Tod und die Welt ist.“

Mit anderen Worten, Luther hat uns gelehrt, mutig zu sein, wenn wir Gott unsere Sünden bekennen, denn das Opfer Christi ist größer als unsere Sünde.

 

 

8. Die Rechtfertigungslehre war von zentraler Bedeutung für die Reformation

 

 

Rom räumte der Heiligung Priorität ein und lehrte, dass die Rechtfertigung durch die Heiligung zustande kommt, was die beiden ununterscheidbar macht. Diese Auffassung der Soteriologie (so wird die Lehre von der Erlösung aller Menschen bezeichnet) zeigt sich insbesondere in der römisch-katholischen Auffassung, dass die Erlösung sowohl durch Gnade als auch durch die Zusammenarbeit mit der Gnade erfolgt. Nur mit beiden ist Erlösung möglich. Im Gegensatz dazu stellten die Reformatoren fest, dass die Erlösung allein durch Gnade geschieht, und daher ist es eine fremde Gerechtigkeit – die Gerechtigkeit Christi allein wird uns zugerechnet und erklärt uns ein für alle Mal vor Gott gerechtfertigt. Christus lebte und starb für sein Volk, sein Opfer reichte aus, um unsere Sünden zu sühnen, seine Gerechtigkeit ist jetzt unsere Gerechtigkeit. Darin ist die Erlösung nicht nur möglich, sondern tatsächlich; die Arbeit, die wir nicht tun konnten, wurde bereits von Christus vollendet und uns umsonst gegeben.

 

 

9. Die Reformation lehrt uns, nach der Wahrheit, statt nach innen zu schauen

 

 

In Rom ging es darum, nach innen zu schauen. Aber wenn die Rechtfertigung durch eine fremde Gerechtigkeit erfolgt, kommt unser Heil nicht von uns selbst, sondern von außen – von Gott. Also, schauen Sie nach außen – schauen Sie auf Christus. Christus ist das wahrhaftigste Bild Ihrer Identität, und seine Gerechtigkeit ist das, was Gott jedes Mal sieht, wenn er Sie ansieht. Luther selbst traute nicht einmal seinem eigenen Gewissen, sondern blickte nach außen auf das „fremde Wort“, das ihm von außen gepredigte Evangelium.

 

 

10. Die Reformation war eine Reformation des Gebets

 

 

Sie kennen wahrscheinlich das Luther zugeschriebene Zitat, in dem er sagt: „Ich habe heute so viel zu tun, dass ich drei Stunden im Gebet verbringen werde, um alles zu erledigen.“ Ob Luther dies wirklich gesagt hat, ist zwar umstritten, aber er hat es sicherlich zur Schau gestellt und vielen anderen geholfen, beten zu lernen, indem er sie auf das Vaterunser hinwies. Wie bei allem anderen war das Wort Gottes die Autorität für das Beten. Der springende Punkt der Reformation war, dass die Menschen sich nicht selbst retten können, sondern zur Erlösung ganz auf Gott angewiesen sind. Diese Abhängigkeit von Gott zeigten die Reformatoren in ihrem Gebetsleben, wo sie den Herrn durch sein Wort um tägliche Hilfe suchten.

 

Nun, da Sie komplett theologisch gerüstet sind, können Sie mit Ihren Kindern ein bisschen in die Geschichte der Reformation einsteigen, schauen Sie dafür auf Yesflix unbedingt unseren Zeichentrickfilm „Der mutige Mönch – Die Geschichte von Martin Luther, der die Reformation in Gang setzte“.

 

 

 

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