Laut UNHCR gibt es weltweit 68,5 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden – das sind mehr als die Bevölkerung Großbritanniens. Von diesen sind 40 Millionen meist aufgrund von Konflikten gezwungen, innerhalb ihres eigenen Landes umzuziehen, während 25,4 Millionen in andere Länder geflohen sind. Einige von ihnen leben unter sehr schlechten Bedingungen, vielleicht in Lagern mit wenig Sicherheit. Andere werden erfolgreicher in die lokale Bevölkerung aufgenommen und leisten wertvolle Beiträge für ihre Gastgemeinden. Manchmal werden Flüchtlinge willkommen geheißen. Oft haben sie Schwierigkeiten, akzeptiert zu werden, da die Einheimischen den Druck, den sie auf die Dienstleistungen ausüben, und die Konkurrenz, die sie um Arbeitsplätze darstellen, ärgert.

 

 

Was sagt die Bibel über Flüchtlinge?

 

 

Das Wort taucht nie in der Bibel auf, aber die Bibelschreiber waren sich des Problems durchaus bewusst. Der Umgang mit der von Konflikten, Verfolgung, Armut und Klimawandel getriebenen Flüchtlingskrise ist in der heutigen Welt eine hochpolitische Frage. Es ist zwar nicht möglich, bestimmte Richtlinien aus der Bibel zu entnehmen, aber es gibt Prinzipien, die sehr klar hervortreten.

 

 

Gebote und Gesetze im Alten Testament

 

 

Im Alten Testament wird Gottes Volk geboten: „Behandele keine Fremden, die in deinem Land leben. Behandeln Sie sie stattdessen so, wie Sie die Bürger behandeln, und lieben Sie sie so sehr, wie Sie sich selbst lieben. Denken Sie daran, Sie waren einst Ausländer im Land Ägypten. Ich bin der Herr, dein Gott“ (Levitikus 19,33-34).

 

Es gibt auch Gesetze zur Versorgung von Nicht-Israeliten: 3. Mose 23.22 sagt: „Wenn du dein Getreide erntest, lass immer etwas davon am Rand deiner Felder stehen und nimm nicht auf, was auf den Boden fällt. Überlasse es den Armen und den Ausländern, die unter dir leben. Ich bin der Herr, dein Gott!‘

 

Deuteronomium 14,28-29 befiehlt dem Volk Gottes, jedes dritte Jahr ein Zehntel seiner Ernte für „Waisen, Witwen und Fremde“ aufzubewahren: „Wenn sie genug zu essen haben, dann wird der Herr, dein Gott, zufrieden sein und dich in allem erfolgreich machen, was du tust.“

 

Wie sieht es im Neuen Testament aus?

 

 

Das Neue Testament wurde in einem anderen Kontext geschrieben. Es gibt jedoch auch Ratschläge zur Gastfreundschaft und zur Begrüßung. »Begrüßt unbedingt Fremde in deinem Haus. Auf diese Weise haben manche Menschen Engel als Gäste willkommen geheißen, ohne es zu wissen“, lesen wir in Hebräer 13,2, während 1. Petrus 1,17 uns daran erinnert, dass wir alle Ausländer sind: „Ihr sagt, Gott sei euer Vater, aber Gott tut es“ Keine Favoriten! Er beurteilt alle Menschen nach dem, was sie tun. Also musst du Gott ehren, während du hier auf Erden als Fremde lebst.‘

 

Alle diese Texte weisen darauf hin, dass Flüchtlinge geehrt, versorgt und aufgenommen werden sollen. Für Christen ist ein widerwilliger oder diskriminierender Umgang mit Flüchtlingen völlig inakzeptabel.

 

 

Für Christen ist es eine Pflicht Flüchtlingen zu helfen

 

 

Schließlich ist es kein Zufall, dass Jesus selbst ein Flüchtling war. Nachdem die Weisen Bethlehem kurz nach seiner Geburt verlassen hatten, flohen seine Eltern vor Herodes nach Ägypten. Die junge Familie, die zu Fuß eine gefährliche Reise vor sich hat und einen rachsüchtigen und rücksichtslosen Feind hinter sich lässt, erinnert sich an die Bilder, die wir auf unseren Fernsehbildschirmen von Menschen gesehen haben, die vor der Gewalt in Syrien, im Irak, in Myanmar und an vielen anderen Orten fliehen. Wie würden wir reagieren, wenn der Flüchtling vor unserer Haustür Jesus selbst wäre? In der bekanntermaßen herausfordernden Passage in Matthäus 25.31.46 über das Jüngste Gericht ist eine der Personengruppen, die einen Anspruch auf unsere Fürsorge haben, der „Fremde“. „Immer wenn du keinem meiner Leute geholfen hast, egal wie unwichtig sie auch erschienen, hast du es nicht für mich getan“, sagt Jesus.

 

 

Wie sich Christen und die Kirche engagieren können

 

 

Es gibt vielen Möglichkeiten sich sozial in der Kirche oder als Kirchengemeinde zu engagieren: Geld, Lebensmittel, Kleidung etc. sammeln und an Flüchtlingsunterkünften spenden. Oder Deutsch-Kurse / Nachhilfe für Flüchtlinge anbieten. Hilfe bei Behördengängen und vieles mehr. Einfach Hilfe anbieten, wenn diese benötigt wird. Jeder einzelne kann etwas beitragen. In unserer Dokumentation „Der Kirche ein Dorf geben“ wird über das Engagement der Kirche im sozialen Wohnungsbau berichtet. Interessant ist, dass es sich auch um ehemalige Flüchtlingssiedlungen aus den 1950ern handelt.

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